In eigener Sache

Vor wenigen Tagen hat mich der Bundeskanzler gefragt, ob ich in seiner bevorstehenden Kampagne zur NR-Wahl den Bereich „Strategie und Kommunikation“ leiten möchte. Viel Bedenkzeit hat man in solchen Situationen nicht und ich habe mich daher recht kurzfristig entschlossen, dieses einmalige Angebot anzunehmen. Ich werde mich in meiner Agentur karenzieren lassen, um noch im Laufe des Juni bis zum 15. Oktober in das Wahlbüro zu wechseln.

Ich übernehme diese Aufgabe mit großer Freude und viel Respekt. Freude, weil es eine wunderschöne Aufgabe ist, in einem Team mit vielen tollen Menschen für ein wichtiges Projekt kämpfen zu dürfen. Und Respekt, weil dieser ehrenvolle Job weitaus mehr als ein Job ist – schließlich geht es um nicht weniger als die Zukunft unseres Landes.

Es ist noch zu früh, um Details unserer Kampagne zu verraten, aber im Interview mit der Tiroler Tageszeitung habe ich zwei Punkte formuliert, die mir als Prinzipien sehr wichtig sind:

Mehr Kern, weniger Kurz:

Es ist ganz normal, dass die ÖVP derzeit durch den „Zauber des Anfangs“ einen gewissen Rückenwind verspürt. Die Sebastian-Kurz-Show ist auch gut orchestriert. Dieses Schauspiel sollte uns aber nicht davon abhalten, unsere eigenen Stärken wieder sichtbarer zu machen. Und der Bundeskanzler ist in diesem Match eine unserer größten Stärken. Ich mache mir nämlich überhaupt keine Sorgen, dass wir in den nächsten 134 Tagen eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher davon überzeugen werden, dass Christian Kern einfach der bessere Mann für dieses Amt ist.

Mir ist auch wichtig, dass wir eine durch und durch positive Kampagne führen. Eine Positivkampagne, in der es um unsere Ziele und Themen und nicht um die unserer Mitbewerber geht. Natürlich habe auch ich in der Vergangenheit den einen oder anderen kritischen Tweet über unseren Außenminister gemacht. Man wird ihn auch in Zukunft daran erinnern müssen, dass man Wahlen nicht mit rhetorischen Seifenblasen gewinnt. Es hat aber keinen Sinn, lange darüber zu lamentieren, was diese Regierung noch hätte umsetzen können oder auch müssen. Jetzt geht es darum, was wir in Zukunft umsetzen wollen – und wofür wir einen klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler brauchen.

Mehr Themen, weniger Taktik:

Mir ist klar, warum Sebastian Kurz bis zum September warten will, um über konkrete Inhalte zu sprechen – er kommt als Person schließlich besser an als die Politik, die er machen möchte. Ob Bildung, soziale Fragen oder die Ankurbelung des Arbeitsmarkts – bei den allermeisten Themen haben wir die Mehrheit der Menschen auf unserer Seite. Und Christian Kern hat mit dem Plan A ein umfangreiches Programm vorgelegt, mit dem er deutlich gemacht hat, was man von ihm erwarten kann. Auf diesem Feld hat uns die „neue“ Liste-Kurz-ÖVP nicht mehr entgegenzusetzen als ihre uralte Schlechtmacherei. Doch genau das haben die Menschen satt.

Wenn ich also einen Wunsch formulieren darf: Lest euch den Plan A mal wirklich und zur Gänze durch, denn da stecken viele gute Ideen drinnen. Und dann redet mit euren Freunden und Bekannten darüber. So sollte man nämlich um Stimmen werben und so möchte ich es auch halten. Ich hoffe, dabei auf eure Unterstützung zählen zu dürfen. Schließlich geht es am 15. Oktober auch um die Frage, ob der Aufschwung, für den Christian Kern sich als Bundeskanzler im gesamten vergangenen Jahr so entschlossen gekämpft hat, nun auch bei den Menschen ankommt.

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Ein Kommentar

  1. Am 10. Juni 2017 um 14:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Plan A ist sehr gut. Keine Partei hat annähernd ein derartiges Programm. Aber seid auch emotional, nur mit Herz gewinnt man Wahlen!

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