Für ein Corporate Design der Bundesregierung

 
Die österreichische Bundesregierung hat die Entwicklung eines gemeinsamen Auftritts seit 2013 in ihrem Regierungsprogramm stehen – doch vier Jahre später ist davon immer noch nichts zu sehen.

Das derzeitige grafische Erscheinungsbild der österreichischen Bundesregierung mit den Worten „Kraut und Rüben“ zu umschreiben, ist noch wohlmeinend formuliert. Jedes Bundesministerium leistet sich ein eigenes Logo und ein eigenes Corporate Design – mit eigenem Briefpapier, Geschäftsdrucksorten, Informationsmaterialien. Bei Ressortumbildungen werden diese Logos gerne gewechselt (wodurch alle Materialien umgestaltet und neu produziert werden müssen).

Dieser unkoordinierte „Wildwuchs“ ist eine ärgerliche Geldverschwendung und macht auch aus Kommunikationssicht keinerlei Sinn, wie ich schon vor längerer Zeit dargelegt habe. Der Vergleich zwischen dem visuellen Auftritt der österreichischen und der deutschen Bundesregierung ist gleichzeitig ein Symbol für die politischen Unterschiede zwischen beiden Ländern:
ministeriumslogos

Mit einem gemeinsamen „Corporate Design“ der Regierung sowie einer zentralen Erstellung und Bestellung aller damit verbundenen Drucksort könnten pro Jahr Millionen Euro eingespart werden. Geld, das derzeit anderswo fehlt. Vor allem aber würde ein ordentlich gestalteter Gesamtauftritt der Bundesregierung endlich ein stabiles und stimmiges Erscheinungsbild geben, das u. a. vertrauensbildend wirkt und die Kommunikation vereinfacht. Viele Länder haben ihren Regierungseinrichtungen daher ein „Corporate Design“ verpasst. Natürlich würden durch diese Umstellung einige Design- und Werbeagenturen ein paar Aufträge verlieren. Letztlich würde aber die gesamte Branche davon profitieren, wenn die Bundesregierung in Sachen Designqualität mit gutem Beispiel vorangeht.

Aufgrund dieser guten Argumente steht ein einheitlicher Auftritt seit 2013 (!) im Arbeitsprogramm der Bundesregierung (auf Seite 93). Theoretisch könnte/sollte es ihn bereits seit 2015 geben, bislang gibt es aber keine Anzeichen für eine Umsetzung. Damit ist zu befürchten, dass wir nach den nächsten Nationalratswahlen und den damit verbundenen Ressortumstellungen wieder das eine oder andere neue Ministeriumslogo sehen werden.

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2 Kommentare

  1. Dan
    Am 24. März 2017 um 16:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein Blick auf die Websites von ein paar deutschen Ministerien zeigt aber: Zu einem vereinheitlichten Onlineauftritt hat es auch dort nicht gereicht, obwohl das vermutlich sinnvoll wäre.

  2. Am 24. März 2017 um 16:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Dan: Ja, da wäre tatsächlich auch einiges an Einsparungspotenzial drinnen.

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