Wachstumsstrategien

Vor einiger Zeit habe ich auf Twitter angekündigt, dass ich in diesem Jahr mein erstes Buch schreiben werde. Nachdem die Arbeit daran voranschreitet (in ein paar Wochen wird das Manuskript fertig sein), ist es wohl an der Zeit, den Schleier des Geheimnisses ein wenig zu lüften – auch, um mir noch ein paar Anregungen von euch zu holen.

Um es kurz zu machen: Mein Buch wird „Wachstumsstrategien. Was Unternehmen von Pflanzen lernen können.“ heißen und befasst sich – wie der Name schon sagt – mit einem gleichermaßen ökologischen wie ökonomischen Thema. Wachstums- und Überlebensstrategien in der Pflanzenwelt, mal aus aus einem unternehmerischen Blickwinkel erzählt. Ende September erscheint es im Czernin Verlag und wird in etwa so aussehen:

buchcover

Die Idee zu diesem Buchprojekt verfolgt mich eigentlich schon lange, darum war es nun höchste Zeit, es auch zu verwirklichen. (Ich danke meiner Frau schon jetzt tausendfach für ihre diesbezügliche Geduld, denn ein akutes Autorenfieber ist in etwa so mühselig wie die tödliche Männergrippe.)

Pflanzen? Warum Pflanzen?

Doch warum widme ich mich ausgerechnet diesem Thema? Ganz einfach: Weil es nicht nur hochinteressant ist, sondern auch komplett unterbeleuchtet – denn nach Beispielen aus der Pflanzenwelt sucht man in Business-Büchern (ganz im Gegensatz zum Tierreich) fast immer vergeblich.

„Die sieben Geheimnisse der Schildkröte“, „Die Mäusestrategie für Manager“ oder „Whale done – Von Walen lernen“ – in der modernen Management-Literatur wimmelt es nur so von allerlei Getier. Und bedauerlicherweise haben viele dieser Machwerke auch noch einen ziemlich sozialdarwinistischen Unterton.

Ob Haie oder Delphine, Kakerlaken oder Spinnen – es gibt kaum ein Vieh, dessen „Kampf ums Überleben“ nicht schon als Inspirationsquelle für gehetzte Alphatiere herhalten musste. Umso verblüffender ist es, dass bei diesem Bioboom auf den Nachtkästchen gestresster Manager bislang komplett übersehen wurde, wie winzig der „Marktanteil“ der gesamten Tierwelt an der Biomasse unseres Planeten ist – er liegt gerade einmal bei kläglichen zwei Promille.

Von den Marktführern lernen

Die absoluten Marktführer in Sachen irdischen Lebens sind nämlich grüne Pflänzchen: Sie stellen mit 350.000 verschiedenen Arten – jede davon optimal an in ihren Lebensraum angepasst – rund 55 Prozent der Masse aller Lebewesen. (Die restlichen 45 Prozent des Marktes haben sich diverse Mikroorganismen gesichert, während sich tierisches und menschliches Leben in einem kaum wahrnehmbaren Rundungsbereich abspielt.) Ein guter Grund also, um den Erfolgsstrategien von Pflanzen mehr Beachtung zu schenken.

Denn von Pflanzen können EntrepeneurInnen verdammt viel lernen. Pflanzen „wissen“ natürlich auch, wie man sich in einem Dschungel durchsetzt, beherrschen aber weitaus mehr Disziplinen als den Konkurrenzkampf. Stresstoleranz in schwierigen C-Lagen, extrem clevere Verbreitungsstrategien, der Umgang mit saisonal stark schwankenden „Umsätzen“, der Schutz vor Fressfeinden (wenn man nicht einfach den Standort wechseln kann) oder die Bildung von Ökosystemen bieten jede Menge Inspiration für den unternehmerischen Alltag. Allzuviel möchte ich darüber aber noch nicht verraten, schließlich soll ja auch noch jemand das Buch kaufen.

Was verbindet ihr mit diesem Thema?

Wer sich eine Danksagung im Vorwort sichern möchte, hat hierzu nun eine einmalige Gelegenheit. Denn ich schreibe diese Vorankündigung nicht bloß, um ein wenig Spannung aufzubauen (Klappern gehört natürlich zum Handwerk), sondern weil ich wissen möchte, was euch an diesem Thema interessen würde bzw. welche Aspekte ihr spontan damit verbindet. Wie gesagt: Ich bin schon recht weit, aber genau in dieser Phase – wo man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht – sind ein paar externe Inspirationen sicherlich sehr hilfreich. Über E-Mails oder Kommentare diesbezüglich würde ich mich jedenfalls sehr freuen. Vielen Dank dafür im voraus.

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2 Kommentare

  1. Am 11. Juni 2016 um 18:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein erfrischende Alternative zur tierischen Managementliteratur, wo schon jedes „Viecherl“ für Analogien herhalten musste. Der pflanzliche Kampf ums Dasein ist nicht weniger brutal als bei Tieren nur vieeeel langsamer. Was mich an diesem Thema besonders interessiert sind die symbiotischen Beziehungen, die Kooevolution zwischen den Pflanzen und ihren tierischen „Bestäubern“ und am wichtigsten: Die Grenzen des Wachstums. Selbst die höchsten Bäume wachsen nicht in die Unendlichkeit, sondern nur bis zu ihrem Optimum. Wie machen sie das und wie kann der Mensch das lernen?

  2. Am 25. Dezember 2016 um 07:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

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2 Trackbacks

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  • Von FINESTRE IN PVC VENEZIA am 14. Oktober 2016 um 22:46 Uhr veröffentlicht

    FINESTRE IN PVC VENEZIA

    Wachstumsstrategien |

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