SOPA, ACTA und Co. beschäftigen derzeit die Netzcommunity. Das finde ich gut, denn eine breite, öffentliche Diskussion über dieses Thema ist äußerst wichtig. Gerade deshalb sollten wir uns aber auch gegen Propagandamethoden wehren, die jede sachliche Diskussion zerstören.
Um gleich auf den Punkt zu kommen: Eine kritische Haltung zu SOPA, ACTA und Co. ist keine Rechtfertigung dafür, das Hirn ausschalten zu dürfen. Genau das scheint aber in manchen Teilen des Netzes gerade zu passieren. Denn statt auf Fakten und Sachargumente zu setzen, operieren manche – darunter leider auch viele Anhänger der Piraten – mit plumper Stimmungsmache.
Dabei schrecken sie auch nicht vor Methoden zurück, die an die dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte erinnern und meines Erachtens im Widerspruch zu einer zivilisierten Debattenkultur stehen. Zwei Beispiele dafür:
Das linke Bild zeigt eine antisemitische Karikatur von Josef Plank (ca. 1938), die in der Nazi-Propaganda zum Einsatz kam. Das Motiv der Krake, die ihre Tentakel um die Erde schlingt, wird auch heute noch von Antisemiten und Neonazis verwendet, um die Bedrohung einer jüdischen Weltverschwörung zu suggerieren. Das rechte Bild wird derzeit von den Piratenparteien verschiedener Länder (z. B. in der Schweiz) in ihrer „Stopp ACTA“-Kampagne eingesetzt (die kritischen Kommentare dazu haben sie offensichtlich ignoriert).
Leider handelt es sich bei diesem Fehlgriff nicht um das einzige Beispiel dieser Art, wie der folgende Vergleich belegt:
Das linke Bild zeigt ein Nazi-Propagandaplakat, das von der holländischen SS im Jahr 1944 in Umlauf gebracht wurde. Das rechte Bild will angeblich über ACTA aufklären und macht gerade im Netz die Runde.
Ich will mit diesen Beispielen keinesfalls unterstellen, dass im Protest gegen ACTA nationalsozialistisches Gedankengut mitschwingt. (Ich halte die Entstehungsweise von ACTA ebenfalls für problematisch und wünsche mir statt dessen einen breiten öffentlichen Dialog zum Thema Urheberrecht, in dem alle gesellschaftlichen Anliegen Gehör finden.)
Die Beispiele belegen aber sehr wohl, dass hier die (Bild-)Sprache der Hetzpropaganda verwendet wird. Eine Bildsprache, die in Kriegen und totalitären Systemen zuhause ist, weil sie sich bestens dazu eignet, Emotionen zu schüren und die Stimmung zu brutalisieren. Derartige Propagandamethoden halte ich für höchst problematisch.
Spürbare Auswirkungen
Die Auswirkungen davon bekomme ich gerade persönlich zu spüren. Seit einiger Zeit betreut die Agentur, deren Partner ich bin, eine Initiative von Kunstschaffenden, die nicht länger hinnehmen wollen, dass ihre Rechte im Netz missachtet werden. Das Grundanliegen von „Kunst hat Recht.“ ist sehr einfach zu verstehen: KünstlerInnen wollen (auch im Netz) selbstbestimmt darüber entscheiden können, was mit ihren Werken geschieht. Das halte ich für ein sehr legitimes Anliegen (und ich darf beanspruchen, diese Meinung nicht aus Opportunismus gegenüber einem Kunden zu vertreten, da auch meine Lebensgefährtin Künstlerin ist).
In der rund um ACTA und SOPA aufgeheizten (um nicht zu sagen: aufgehetzten) Stimmung, hat diese Initiative in den sozialen Medien allerdings keinen leichten Stand. Die Vorwürfe reichen von „Ihr wollt das Internet abschaffen“ bis hin zu „Ihr wollt Zensur und Überwachungsstaat“ (was natürlich vollkommen falsch ist). Gesprächsbereitschaft? Fehlanzeige. Und was mir besonders zu denken gibt: Ich habe noch nie so viele Anfeindungen und Beschimpfungen von mir unbekannten Personen erlebt, wie in den letzten Tagen.
Ich halte das aus. Die Frage ist aber, wie lange es unsere Gesellschaft aushält, wenn über derart wichtige Themen nicht mehr ernsthaft und sachlich diskutiert werden kann?
Gute Lösungen brauchen Dialog
Gerade derart komplexe Fragen wie das Urheberrecht im Internet-Zeitalter brauchen ein breiten Dialog, damit es zu politischen Lösungen kommt, die alle gesellschaftlichen Anliegen angemessen berücksichtigen. Sonst laufen wir z. B. Gefahr, dass ein Grundrecht (wie z. B. Datenschutz) dazu missbraucht wird, ein anderes Grundrecht (wie z. B. Eigentumsschutz) einfach auszuhebeln. Ich bin überzeugt davon, dass es nur in unzähligen (und sicherlich oft auch mühseligen) Diskussionen gelingen kann, jene politischen, technischen und rechtlichen Lösungen zu finden, die eine vernünftige Abwägung dieser Grundrechte garantieren.
Zwei Praktiken sind jedenfalls Gift für diesen Dialog: Die Versuche mancher Lobbies, über Hintertüren gesetzliche Neuregelungen durchdrücken zu wollen, mit denen vorrangig kommerzielle Interessen verfolgt werden. Und die nicht minder totalitären Ansätze von deren radikalsten GegnerInnen, die jeden Vorschlag zur Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien im Netz als direkten Weg in den Überwachungsstaat verunglimpfen. Beide Wege sind hoffentlich zum Scheitern verurteilt.
Nachtrag (vom 28. Jänner 2012): Natürlich gibt es auch andere Beispiele für derartige Propaganda, die nicht aus der NS-Zeit stammen (siehe unten). Propagandastil bleibt dennoch Propagandastil.



49 Kommentare
Lieber Stevie,
wie du weißt, halte ich sehr viel von der professionellen Arbeit, die eure Agentur leistet. Aber in diesem Fall fällt mir leider nur ein: “Wer selbst im Glashaus sitzt …” So heißt es beispielsweise auf der Website der Aktion “Kunst hat Recht” (die auch von Künstlerseite nicht unwidersprochen ist) in einem Zwischentitel “Es gibt kein Recht auf Enteignung”. Was ist das, wenn nicht üble Demagogie?! Niemand fordert die Enteignung, und schon gar nicht die der Kunstschaffenden.
Und der Vergleich der Illustrationen mit Nazi-Symbolik ist, du verzeihst meine Direktheit, wirklich letztklassig. Der Kampfroboter etwa ist seit Jahrzehnten gewissermaßen eine populärkulturelle Konstante, die in zigtausendfachen Variationen in der Comicliteratur abgehandelt wird. Und wenn du schon keine bewusste oder unbewusste Similarität unterstellen willst, warum stellst du sie dann in diesen Kontext.
Das finde ich, mit Verlaub, grenzwertig und – persönlich gesprochen, sehr enttäuschend.
Ob das der Diskussion zu der Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit verhilft, die du einforderst, wage ich zu bezweifeln.
Lieber Markus,
mein Beitrag soll aufzeigen, dass in Teilen der Community die martialische (Bild-)Sprache der Kriegspropaganda gepflegt wird. Das fällt mir immer wieder auf – siehe z. B. http://www.politikon.at/2010/12/09/sabelrasseln-im-cyberspace/ – und das halte ich für bedenklich.
Die Parallelen zur Bildsprache der Nazis sollten allen, die mit solchen Bildern hantieren, zu denken geben (auch wenn es natürlich ähnliche Beispiele für Kriegspropaganda aus anderen Ländern gibt). Auch ohne diese Ähnlichkeit ist ein Kampfroboter auf einer blutroten Europakarte, der dabei ist, eine Frau zu zerstampfen in meinen Augen sachlich nicht begründbar.
Den Kunstschaffenden nun „üble Demagogie“ vorzuwerfen, weil sie in ihrer – meines Erachtens alles andere als hetzerischen – Deklaration einmal das Wort „Enteignung“ in den Mund nehmen (so wird die Situation von vielen tatsächlich empfunden), halte ich für etwas übertrieben. Ich werde aber anregen, diese Formulierung zu überdenken. Wer sich selbt ein Bild davon machen will, ob es sich um „üble Demagogie“ handelt, kann den Text der Deklaration hier nachlesen: http://www.kunsthatrecht.at/initiative/unsere-deklaration/
Wollte ich Haare spalten, dann könnte ich darauf hinweisen, dass Europa in einem Signalrot eingefärbt ist und keineswegs “blutrot” (hätte dein arterielles Blut diese Farbe, hättest ein ernsthaftes gesundheitliches Problem ;-)), auch die Figur am Laptop ist nicht zwingend eine Frau, kann auch ein junger Mann mit langen Haaren sein, es sind meiner Meinung nach keine geschlechtsspezifischen Merkmale zu erkennen (was ja auch völlig egal ist und keinen Unterschied macht) usw.
Ich werfe “den Kunstschaffenden” keineswegs “üble Demagogie” vor, sondern jenen, die für die Textierung und für die Parallel-Konstruktion (Nazi-Symbolik) verantwortlich sind.
Auch die Wortwahl “Enteignung” ist unsachlich oder zumindest höchst ungenau: Enteignung ist der Entzug eines Eigentumrechts DURCH DEN STAAT, und das kann bei eurer Initiative wohl eher nicht gemeint sein, oder? Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass euch das “passiert” ist, gehe ich eben von Demagogie aus.
Und der Vollständigkeit halber möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass es durchaus auch eine Gegenbewegung zu “Kunst hat Recht” gibt, wie vor kurzem im Standard zu lesen: http://derstandard.at/1326503743951/Gegeninitiative-zu-Kunst-hat-Recht-Mehr-Rechte-gegen-die-Kunst
Ich finde es schade, dass die Debatte auf einen Nebenschauplatz verlagert wird und nicht die tatsächlichen Probleme in den Vermarktungsbedingungen der Kulturproduktion und -schaffenden im Zentrum stehen. Ich würde zwar nicht soweit gehen und “Kunst hat Recht” als absichtliches Ablenkungsmanöver bezeichnen, aber ein bisschen riecht es schon danach.
Lieber Markus,
ich will auch keines unserer Haare spalten, aber wenn man die Szene, um die es hier geht, ein paar Sekunden weiterlaufen lassen würde, wäre wohl ziemlich viel Blut zu sehen, oder nicht? Es handelt sich nun mal um die Darstellung von Gewalt – und gerade in dem von dir geschätzten popkulturellen Kontext wird Blut eher in kräftigen Rottönen als medizinisch präzise dargestellt (siehe z. B. http://bit.ly/Ampzs8).
Ich habe das Opfer dieser Gewaltszene eher als Frau gesehen, aber du hast natürlich recht, dass sich das nicht so genau sagen lässt. Ich bin deshalb davon ausgegangen, weil in der Darstellung dieser Figur ein möglichst großer Kontrast zu den dunklen, krawattentragenden Männern im Hintergrund hergestellt wurde.
Das, was du hier als „Parallel-Konstruktion“ bezeichnest, ist eine Beobachtung von mir, die mich einfach beschäftigt hat. Ich denke, wir können es getrost dem Urteilsvermögen der LeserInnen überlassen, ob sie meinen Hinweis auf dieses Problem für konstruiert halten oder die aufgezeigten Parallelen nachvollziehen können. Ich verwehre mich jedenfalls entschieden dagegen, dass mein Beitrag, der ausdrücklich zum Dialog aufruft, als Demagogie verunglimpft wird.
Was die Diskussion über das Wort Enteignung betrifft, habe ich bereits geschrieben, dass ich eine Änderung anregen werde. Das können wir als Agentur nicht entscheiden, da es sich um die Deklaration eines Auftraggebers handelt.
Diese Initiative, die bereits von über 2.000 Kunstschaffenden unterstützt wird, hat im übrigen mit meinem Blogpost (und auch mit ACTA) nichts zu tun. Ich habe sie vor allem deshalb erwähnt, weil ich über dieses Projekt wieder einmal auf den kriegerischen Ton in diesem Bereich aufmerksam geworden bin. Wie anfällig das Netz für diese Stimmung ist, zeigt ja auch die aktuelle Aufregung rund um Twitter (siehe http://bit.ly/yVbSnz).
Alle derartigen Beispiele schriftlich darzulegen, sprengt meine zeitlichen Möglichkeiten, aber wenn du möchtest, können wir das gerne mal bei einem Heißgetränk deiner Wahl persönlich besprechen.
Meine Wertschätzung der Populärkultur ist eine durchaus differenzierte. In diesem Dialog war der Hinweis aber neutral gedacht bzw. als Anmerkung, dass auch ein anderer Kontext denkbar und plausibel ist.
Dass es sich um eine dramatische Zuspitzung (oder meinetwegen auch hysterische Überspitzung) handelt, scheint mir offfensichtlich; aber ist das nicht das Wesen jeglicher politischer Illustration, Sachverhalte und Situationen bis zur Kenntlichkeit zu übertreiben?
Mir ist der Kampfroboter zu plakativ, aber ich bin auch nicht Transformer-sozialisiert; und die Krake, die die Erde im Würgegriff hält, ist mir als Motiv zu abgelutscht, da bin ich wiederum zu sehr Jules-Verne-sozialisiert ;-)
Warum aber dein Blogpost mit “Kunst hat Recht” und/oder ACTA nichts zu tun haben soll, verstehe ich nicht, oder besser: nur in einem formalen Zusammenhang. Inhaltlich jedoch: womit denn?
Aber das sollten wir wirklich bei Gelegenheit mal in Ruhe diskutieren, denn ich finde, da steckt eine Menge interessanter kommunikationstaktischer Stoff drin.
Lieber Stefan!
Habe deinen Post jetzt 2 mal durchgelesen und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr rege ich mich auf. Ich halte es für völlig daneben NS-Propaganda mit (meinetwegen verwenden wir denselben Begriff) Propaganda gegen Sopa und ACTA zu verwenden. Und im Post gefallen mir manche Gedanken und Argumentationsstränge überhaupt nicht und dies aus mehreren Gründen:
1. Der Vergleich relativiert die Verbrechen und Ideologie des Nationalsozialismus
2. Der Vergleich bringt demokratische, berechtigte Anliegen der Zivilgesellschaft in die Nähe einer Ideologie, die 6 Mio ermordete Juden auf dem Gewissen hat. Dass dises Posting just am Holocaust-Gedenktag erschienen ist hat darüber hinaus ebenso einen schalen Beigeschmack
3. Es gibt keine jüdische Weltverschwörung und selbst wenn man so durchgeknallt wäre an diese zu glauben, könnte man den Wahrheitsbewies nie antreten. ACTA und SOPA gibt es. Und dass die Krake (geschmückt mit den Flaggen jener Staaten die das Abkommen verhandelt haben) der Kriegspropaganda entlehnt sein soll ist natürlich Schwachsinn. Denn: Täglich lesen wir von der “Datenkrake Google” und da handelt es sich mit Sicherheit nicht um die Verwendung eines kriegspropagandistischen Ausdruckes. Es gibt SOPA und ACTA also zweifelsfrei und: zweifelsfrei mit Auswirkungen auf uns alle.
4. Du sprichst von “Propagandamethoden, die in totalitären Systemen verwendet wird”. Sorry, das geht gar nicht. Das ist ja ein Killerargument, das keinen Platz lässt für zuspitzende Bildsprache, die einen realen Hintergrund hat.
5. Gerade Du als Kenner des politischen Betriebes müsstest sensibler sein, wenn es darum geht die Nazi-Keule zu schwingen. Ja, selbst das Schwingen der Kriegspropaganda-Keule halte ich für maßlos übertrieben.
6. Du forderst einen Diskurs: Wo gabs denn mit den BürgerInnen die von ACTA und SOPA betroffen sind einen Dialog? Wer saß am Verhandlungstisch? Welche Interessen wurden von wem vertreten? Kann es sein, dass ökonomische Interessen weit relevanter sein könnten als alle anderen Anliegen der Zivilgesellschaft?
7. Super, dass deine Agentur eine Kampagne macht. Wahrscheinlich sogar eine gute und hoffentlich zur Zufriedenheit Deiner Kunden. Nur: Kriegspropagandakeule schwingen, um Kritik an SOPA und ACTA in ein schiefes Licht zu rücken und damit zu argumentieren, dass Künstler das Recht haben darüber zu entscheiden was mit ihrer Kunst zu passieren hat, das kann ich echt nicht nachvollziehen. Im übrigen halte ich es -auf politischer Ebene- für etwas merkwürdig, dass Du den Eigentumsbegriff als Sozialdemokrat mit solchen Methoden zu verteidigen suchst.
8. Die überwältigende MEHRHEIT der Kunstschaffenden hat kein Problem mit Urheberrechtsverletzungen, weil es ihnen letzlich zuallererst um ihre Kunst und deren Verbreitung geht. Es sind die ökonomischen Interessen der Verlage und Labels (siehe megaupload), das muss auch in dieser Form offen gesagt werden.
Du hast natürlich völlig recht, dass nur Diskussionen fruchtbaren Fortschritt bringen. Ich bin der Meinung, dass uns gerade die Krise zeigt, dass wir den Eigentumsbegriff überdenken und völlig neu definieren müssten. Selbiges gilt auch für Verletzungen desselben.
Ich würde mir echt wünschen, dass Du Dich noch mal zurücklehnst und darüber nachdenkst ob der Vergleich mit Kriegspropaganda nicht heillos überzogen ist. Und: Meiner Meinung nach tust Du Dir -selbst wenn Deine Motivation völlig legitim ist- selbst damit keinen Gefallen. Man kann Kritik auch anders äußern.
Lieber Rudi,
wie du meinen Blogeintrag entnehmen kannst, bin ich kein Freund von ACTA oder SOPA. Ich will auch nicht die Kritik daran in ein schiefes Licht rücken, sondern lediglich darauf aufmerksam machen, dass es in diesem Diskurs ein paar Ausprägungen gibt, denen ein wenig Abrüstung gut tun würde – und die der Protestbewegung meines Erachtens schaden.
Ich bin sehr erschüttert, dass du mir vorwirfst, damit Nazi-Verbrechen zu relativieren, denn es gibt nichts, was mir ferner liegt. Im Gegenteil: Wenn ich jemanden z. B. darauf hinweise, dass er einen von den Nazis geprägten Begriff verwendet, dann relativiere ich damit nicht die Nazizeit, sondern erfülle eines der zentralen Anliegen der Überlebenden von damals: Niemals vergessen!
Das verwendete Bildmaterial ist vielleicht etwas drastisch – aber das ist es leider nun mal auf beiden Seiten des Vergleichs. Gerade als Kenner politischer Kommunikationsformen (danke für das Kompliment) und gerade rund um den Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus fühle ich mich verpflichtet, hier mahnende Worte zu ergreifen. Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel. Auch nicht gegen ACTA.
@ Markus: Ja, machen wir das.
Lieber Stefan,
um das abzuschließen. Der Vergleich relativiert den Nationalsozialismus. Ja, das finde ich. Ich hege jedoch keine Sekunde einen Zweifel daran, dass Dir nichts ferner liegt als das. Darum habe ich ja einen Kommentar geschrieben, um Dich darauf hinzuweisen, dass der angestellte Vergleich Deiner nicht würdig ist. Man kann zu SOPA und ACTA stehen wie man will. Da stimme ich völlig zu. Natürlich. Nur: Gerade -und da versuche ich jetzt das einende Band herzustellen- wir Sozn sollten besondere Sensibilität besitzen in welcher Form man das tut. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass ich glaubte, dass Du den NS relativieren würdest, dann tut es mir persönlich aufrichtig leid. Ehrlich. Der Vergleich an sich tut es aber.
Gerne. Vielleicht mag ja der Rudi Fußi auch mitdiskutieren (wenn er nicht mehr übernachtig ist ;-))
(Technischer Einschub: Magst nicht die Kommentare der Blogpostsabonnierbar machen? Sollte mit einem WP Plugin eine leichte Übung sein. Finde das fein, per E-Mail benachrichtigt zu werden, wenn ein neuer Kommentar publiziert wurde.)
@Rudi: Ist o.k., ich sehe das derzeit anders, aber werde darüber nochmals nachdenken. Sollte ich zu deinem Schluss kommen, werde ich das hier mit einer Entschuldigung verbinden.
@Markus: Sorry, um technische Adaptierungen an diesem Blog kümmere ich mich vorerst nicht. Ich bin froh, wenn ich gelegentlich mal Zeit für einen Blogeintrag finde.
Den RSS-Feed für Kommentare dieses Blogs gibt es eh per default. Nur Postspezifisch halt nicht.
http://reader.mac.com/mobile/v1/http%3A%2F%2Fwww.politikon.at%2Fcomments%2Ffeed%2F
Nur kurz, das meiste wurde schon gesagt: Dein Vergleich ist rein optisch gut gelungen, ansonsten hinkt er aber dermaßen, das ich sagen muss: Der Vergleich ist eindeutig schwer daneben.
Das eine richtet sich gegen Menschen, das andere richtet sich gegen einen massiven Eingriff in die Bürgerrechte. Die eine “Bedrohung” ist rassistische Propaganda, die andere Bedrohung ist eine reale bzw, wenn du das anders siehst, zumindest real und sachlich argumentierbare.
Ich halte beide ACTA-Sujets für äußerst gut gelungene, ja, Propaganda, aber in keiner Weise für Hetze. Ich würde keine Sekunde zögern, diese Sujets einzusetzen.
Mit eurer Initiative “Kunst hat Recht” habe ich mich nicht auseinandergesetzt, dazu kann ich nichts sagen. Außer vielleicht, dass ich die Mär vom “geistigen Eigentum” schon nicht mehr hören kann.
Lieber Helge,
vielen Dank für deinen Kommentar. Mein Beitrag ist dazu gedacht, zu sensibilisieren. Gerade dann, wenn man gute, sachliche Argumente auf seiner Seite hat, sollte man es meines Erachtens nicht notwendig haben, diese in Form von gewaltvollen Darstellungen in Umlauf zu bringen. Ich stehe ACTA ebenfalls sehr skeptisch gegenüber, möchte aber mit solchen Darstellungen nichts zu tun haben. Schließlich gibt es Gruppen, die das gezielt nutzen, um Stimmung zu machen (schau dir z. B. nur mal an, wie schnell die Ablehnung von „Hollywood“ in manchen Foren einen antisemitischen Unterton bekommt). Das Thema geistiges Eigentum sehe ich etwas differenzierter, aber das ist eine eigene Diskussion, die den Rahmen hier sprengen würde.
schon klar, man kann überall nazipropaganda sehen und sich berufen fühlen dagegen anzukämpfen, die persönlichen motive dahinter möchte ich jetzt mal nicht hinterfragen.
ich halte es allerdings für sehr bedenklich, wenn alles, was irgendein selbsternannter moralwächter in die nähe von rechtem gedankengut stellt (und sei es nur aus unwissen oder verblendung) automatisch tabuisiert wird.
als beispiel: hat das ACTA-Motiv vielleicht doch mehr ähnlichkeit mit diesem Bild: http://forum.i3d.net/attachments/modifications-bf2142/13821d1203885301-bf2142-mod-ed209-00238396.jpg ? mir ist natürlich klar, dass Robocop selbst für Wertschätzer der Populärkultur nicht unbedingt Pflichtprogramm ist, aber die Änhlichkeit zu dem Naziplakat ist schon sehr weit hergeholt. genauso ist der kraken ein symbol, das seit dem 13. jahrhundert existiert …
in diesem sinne sollte sich jeder selbst überlegen, wo bei ihm persönlich reflektierte & konstruktive kritik endet und das “hetzen für die gute sache” (oder in diesem fall gegen die böse sache) beginnt :-)
Ich glaube https://twitter.com/#!/search?q=%23krakengate sagt so ziemlich alles über das Thema aus. Und der Herr Bachleitner hat ordentlich Publicity bekommen, wie schön für ihn.
Warum man sich jetzt(!) mit der Bildsprache beschäftigt die ACTA umfasst, wird mir ein Rätsel bleiben. Aber ich will hier kurz darauf hinweisen, dass die Inspiration für den Robotor auf Anti-ACTA Demoplakaten genutzt wurden, von diesem Videoausschnitt aus dem Film “Robocop” kommt.
http://www.youtube.com/watch?v=4-NmUklcbDc&feature=youtu.be
Bitte das anmerken und in der Kritikschrift anmerken. Danke!
Ein Mechanimé ohne coole Roboter wäre wohl langweilig. Aber nach deinen Maßstäben der Political Correctness haben Thadeusz in Spongebob und Cyborgs in japanischen Mangas nichts mehr zu suchen, weil sie gezeichnete Tintenfische und Roboter sind.
Warum hast du dich eigentlich erst vier Tage vor den Demos mit der StopACTA-Kampagne beschäftigt und nicht schon vor zwei Jahren, wo alles angefangen hat? Der Zenit für Kritik ist schon längst überschritten. In der heißen Phase liegt die Vermutung näher, dass solche “Beiträge” eine Kampagne diffamieren sollen (in diesem Fall als antisemitisch), statt noch irgendein berechtigtes Argument gegen die Kampagne vorbringen zu können.
Linguisten, die deinen Spruch dem Sinne nach, nämlich: “Ich will mit diesen Beispielen
keinesfallsunterstellen, dass im Protest gegen ACTA nationalsozialistisches Gedankengut mitschwingt”, auseinandernehmen, sowie Zeitpunkt und Inhalt deiner Kritik sind für eine Gegenkampagne exzellent gewählt. Jetzt werden sich ACTA-Demonstranten wegen der Mutmaßung, die ACTA-Kampagne sei antisemitisch motiviert, zweimal überlegen, ob sie an den Protesten teilnehmen wollen.Du hast der Content-Industrie, allen voran den Film- und Musikverwertern einen großartigen Dienst erwiesen. Ich bin mächtig stolz auf dich.
Nicht.
Ich habe da schon 2010 was dazu geschrieben: http://blog.stephanurbach.de/?p=227
Bester Gruß
Stephan Urbach
Der obige Link zeigt einen bearbeiteten Zusammenschnitt und nicht die Original-Szene (siehe: http://youtu.be/mrXfh4hENKs). Mal ganz abgesehen davon, dass es sich um eine ziemlich gewaltvolle Szene handelt (was meine Argumentation wohl eher unterstreicht als widerlegt), hat der Zusammenschnitt die Schlusspointe und einige andere Elemente aus dem Original entfernt, die eine satirische Betrachtungsweise ermöglicht haben.
Irgendwie klingt’s komisch, aber ich sehe gar nicht, was ihr gegen die Propaganda habt? Das sind doch generische Bildersprachen. Der Vergleich des Judentums mit einem Kraken hat doch genau die von den Sprechern beabsichtigte Bildsprache gehabt.
Wenn ich sage: “Kevin ist ein Idiot” dann ist das natürlich strukturgleich zu dem Satz “Ein Nazi ist ein Idiot” oder “Churchill ist ein Idiot”.
King Kong ist übrigens Nachfahre einer kaiserlichen Bestie, die es auf Amerika abgesehen hat.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es bei dem Artikel mehr ums denunzieren der Piratenpartei und ihres Standpunktes aus persönlichem Interesse geht als darum einen Punkt zu überbringen, auch kann ich mir kaum erklären wieso ein Schweizer Pirat der anscheinend das erste Bild erschaffen hat und eine Französische Bürgerrechtsorganisation (LaQuadrature) von der das zweite Bild kommt irgendetwas mit Nazi-Symbolik zu tun haben soll.
Zum zweiten Punkt, das Anliegen mag zwar “sehr einfach” klingen, ist aber nicht “sehr einfach” umsetzbar, im Informationellen Zeitalter bestehen alle Daten grundsätzlich aus Bits & Bytes und lassen sich dementsprechend unendlich und nach Belieben vervielfältigen und verändern.
“Copyright” und Freiheit sind im Informationellen Zeitalter zwei unvereinbare Begriffe, da jeder zu jedem Zeitpunkt auf jedweden Plattformen sowohl Texte, Bilder als auch Videos etc. kopieren, lokal speichern, verändern und vervielfältigen kann. Diese “Rechte” lassen sich nur unter Kontrolle des Datenstroms, Zensur von Webseiten und des Netz im Allgemeinen ähnlich anderer Länder und zunehmender Kontrolle von dem was man auch lokal auf dem Rechner tut, damit da nichts “böses” passiert umsetzen. Dieses “sehr einfache” Anliegen lässt sich entweder mit der kompletten Dekonstruktion des Internets als ein freies, kreatives Medium oder damit dass entsprechende Künstler ihre Werke einfach nicht digitalisieren und am besten auch noch mit einem Störgerät oder ähnlichem vor Kameras schützt umsetzen…
Von den (Deutschen) Piraten bin ich eigentl. eher ein wenig enttäuscht, dass Sie durch den Aktionismus und das wenig an Äußerem Druck so leicht beeinflussbar waren anstatt sich einfach von den Vorwürfen zu distanzieren, nachher gibt es da auch noch eine Frauenquote weil die TAZ das absolut verlangt…
http://isis-welt.blog.de/2010/03/13/piratenkrake-8170527/
Hier wird jetzt sogar das Symbol der Jungen Piraten mit einem Phallus verglichen…
Ein gutes hat aber das lesen dieser paar Blogeinträge und Comments aber immer noch gebracht, und zwar dass ich auf folgende Beiträge gestoßen bin und gut lachen konnte:
http://www.thedailyshow.com/watch/wed-april-14-2010/a-farewell-to-arms
http://www.thedailyshow.com/watch/wed-may-12-2010/back-in-black—glenn-beck-s-nazi-tourette-s
Lieber Herr Bachleitner
Wie Sie aus den anderen Post bereits erfahren haben, ist die Krake alles andere wie neu. Genauer gesagt sie hatte am 16. Januar 2012 ihren zweiten Geburtstag.
Ihr Text lässt darauf schliessen, dass sie kaum sauber recherchiert haben. Da kann ich Ihnen aber ein wenig weiterhelfen.
Hier ein kurzer zeitlicher Abriss: Die Stopp-Acta-Krake wurde zusammen mit der Stopp-Acta-Plattform im Winter/Frühjahr 2010 von den Schweizer Piratenpartei entworfen und umgesetzt. Schnell bildete sich ein europäisches Team, welche die Plattform mit Informationen in mehreren Sprachen versorgte. Keiner der Beteiligten (ein Team von zirka 20 Leuten – darunter deutsche Geschichtsstudenten) machte eine Verbindung zur Grafik von Josef Plank. Der Grund: die Grafik war bis im Sommer 2010 vollkommen unbekannt.
Bis zu dem Zeitpunkt, als ein deutscher Blogger aus der linken Szene die Grafik ausgegraben hat. Zusammen mit anderen, völlig absurden Vorwürfen wurde damit versucht, die Piratenpartei Deutschland als antisemitisch darzustellen. Im Anschluss führte die deutsche Piratenpartei eine heftige Diskussion. Weitere Blogs griffen die Thematik auf. Und alle schrieben, wie Sie, in anderen Worten nochmals das Gleiche. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Stopp-Acta-Grafik bereits von vielen ACTA-Gegner auf der ganzen Welt verwendet. Die Userzahlen von 500’000 zeigen die Dimension. Daher entschieden wir in der Schweiz, die Seite und die Darstellung weiterlaufen zu lassen.
In den kommenden Monaten flachte das Interesse an Stopp-ACTA stark ab. Ebenso die hitzige Diskussion über Antisemitismus. Bis in den Dezember 2011: seit da wird wieder über ACTA und auch eben über die Krake diskutiert. Aber soweit ich weiss, wird die Kraken-Diskussion nur in Deutschland und Österreich geführt. Der Rest der Welt diskutiert über Acta …
Um zurückzukommen auf Ihr Thema: Wo genau sehen Sie das «Hetzen»? Ist da nur die Verbindung zur Zeichnung von Herr Plank? Da kann ich Ihnen nicht folgen.
Sehen Sie sich mal diese Zeichnung an: http://www.picturehistory.com/product/id/4453
Ist die Stopp-Acta Kampagne aus französischer Sicht antideutsch? Das komische ist nur, in Frankreich haben wir deswegen keine Diskussionen.
Fragen welche sich mir stellen sind:
· Hat die Nazi-Zeit, mit jeder, noch so unbekannten politischen Propaganda, die grafische Welt für immer und ewig belegt?
· Sollte Deutschland und Österreich nicht endlich mal mit der Vergangenheit Frieden schliessen?
· Welche grafischen Darstellungen in der Politik gelten für Sie nicht als hetzerisch?
Sehr geehrter Herr Degen, das Problem der Piraten ist meines Erachtens weniger die Entstehungsgeschichte dieses Logos sondern der spätere Umgang damit.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Sujet ohne historische Bezüge und böse Absichten entwickelt wurde. Sollte nicht passieren, kommt aber vor. Es wäre den Piraten allerdings gut angestanden, auf die danach artikulierten Bedenken einzugehen und ein neues Sujet zu wählen – lange genug Zeit hatten sie ja. Die Trotzhaltung macht es hingegen eher schlimmer und sorgt dafür, dass aus Bedenken Kritik wird.
Jetzt schleichen sie sich aber billig aus der Diskussion Ihres eigenen Themas!
Das hat doch nichts mit einer Trotzhaltung zu tun. Sind den die beiden Länder DE/AT die einzigen dieser Welt welche als Massstab zählen? Es ist eine internationale Kampagne!
Darum nochmals die Frage:
«Hat die Nazi-Zeit, mit jeder, noch so unbekannten politischen Propaganda, die grafische Welt für immer und ewig belegt?»
Darauf eine klare Antwort: Ja. Das Hakenkreuz wird z. B. nie wieder ein unschuldiges religiöses Symbol werden. Meines Erachtens gibt es – insbesondere, aber nicht nur in Österreich und Deutschland – gute Gründe, besonders aufmerksam darauf zu achten, Parallelen zum Sprachgebrauch und der politischen Kommunikation der Nazi-Zeit zu vermeiden. Wer meint, das wäre heute obsolet, hat in meinen Augen aus der Geschichte nichts gelernt.
Beim Hakenkreuz gebe ich Ihnen ja auch recht. Und sicher auch noch von ein paar anderen Symbolen aus der Nazi-Zeit. Das steht hier aber nicht zur Debatte.
Wir sprechen hier von Grafiken in der politischen Propaganda. Demnach sind diese Werke (http://bigthink.com/ideas/39146?page=all) für Sie irrelevant und nur das Nazi-Zeugs ist für den Rest der Welt von Bedeutung?
Wenn Sie meinen Beitrag lesen, werden Sie feststellen, dass es mir weniger um die NS-Zeit geht, als um den generellen Stil der Hetzpropaganda (die in unserem Sprachraum nun mal unter den Nazis die fürchterlichste Ausprägung gefunden hat). Ich halte das gesamte Spektrum dieses Instrumentariums für problematisch – ganz unabhängig davon, welche Ideologie dahinter steckt.
Das Thema Ihres Artikel fände ich ja auch sehr interessant. Doch die «Stopp Acta»-Krake als hetzerisch zu Bezeichnen kann ich im Grundsatz nicht nachvollziehen. Und Ihr einziges Argument für diesen Umstand, ist ja auch die Grafik aus der Nazi-Zeit. Und somit wären wir wieder bei meinen Fragen, welchen Sie bis jetzt nur ausgewichen sind. Vielleicht können Sie mir aber diese Beantworten: Haben Sie denn noch weitere Argumente warum die Krake hetzerisch sein soll?
In der Schweiz haben wir, aufgrund unserer vielen Abstimmungen, eine lange Tradition an politischen Illustrationen. Jedes Abstimmungsthema lässt sowohl für das JA wie auch für das NEIN einprägsame Bilder entstehen. Sie dienen der Aufmerksamkeit und geben dem Betrachter schnell eine Botschaft mit auf den Weg um was es geht. In dieser Tradition steht auch die Acta Krake, welche wie bereits erwähnt, in der Schweiz zu keiner Diskussion geführt hat. Doch auch in der Schweiz haben wir zu diesem Thema Diskussionen: Gerade in der jüngeren Vergangenheit waren einigen Kampagnen der SVP in Bezug auf Volksverhetzung bedenklich (z:B. http://www.nzz.ch/images/svp_plakat_ausschaffungsinitiative_fullSize_1.8331184.1289376349.gif ).
Die Schweizer Werbeagentur GOAL, welche sich für die SVP-Kampagnen auszeichnet, hat auch in Österreich ihr Unwesen getrieben. Es kam sogar zu einem Gerichtsprozess (erst letzten Herbst). Dabei geht es um den Wahlkampf der steirischen FPÖ. Meinen Sie nicht, dass sich diese Kampagne deutlich besser für Ihren Artikel geeignet gewesen wäre?
Über welche Themen ich wann blogge, hängt vorrangig von meinen zeitlichen Möglichkeiten ab. Abgesehen davon widme ich mich bevorzugt aktuellen Diskussionen, Standpunkten und Aspekten, die meiner Auffassung nach in den Medien (zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung meiner Beiträge) noch nicht ausführlich (genug) behandelt wurden. Aus meiner Abneigung gegenüber den Kampagnen der FPÖ wie auch der SVP habe ich aber noch nie ein Hehl gemacht.
Acta Gegner sind also Nazis? Faszinierend!
Werter Stefan – zwei Dinge: erstens, in Sachen Bilder solltest Du dringend mal Roland Barthes lesen, dann würdest Du keinen solchen Unsinn über Bildsprache und (angebliche) Parallelen mit antisemitischen oder nationalsozialistischen Darstellungen verzapfen. Zweitens, wenn Du über ACTA/SOPA schreibst solltest Du mal ein paar Zentimeter über den Tellerrand hinaus schauen. Ein im Verborgenen ausgehandeltes Abkommen von dieser Tragweite und Du erzählst von “keiner Zensur oder Überwachungsstaat” – LOL, wach auf! In welcher Welt lebst du denn?! Oder bist es vielleicht Du, der hier seine (wenn auch semantisch hübsch verpackte) Propaganda auspackt? Erwischt?! :D
TL;DR: des Herren Barthels “unabhängiger” Beitrag – FAIL!
Ich habe Barthes durchaus gelesen, insbesondere seinen Essay über die Rhetorik des Bildes. Dabei geht er u. a. davon aus, dass das kulturelle und ästhetische Wissen einer Leserin bzw. eines Lesers die möglichen Leseweisen eines Bildes prägt. Ein Neonazi, der einschlägiges Propagandamaterial studiert hat, wird das Kranken-Logo natürlich anders “lesen” als ein Mensch, dem so etwas noch nie untergekommen ist. Genau deshalb war es mir wichtig, auf mögliche historische Konnotationen hinzuweisen. Schließlich sollten wir meines Erachtens in einem politischen Diskurs nicht so tun, als würde uns die Geschichte nichts angehen.
Das hatte ich auch vermutet :-). Aber nur weil ein Neo das anders “lesen” könnte, halte ich die Behauptung, dass hier die Bildsprache der Hetzpropaganda verwendet wird für problematisch. Das würde für mich voraussetzten, dass die breite Masse das so versteht und das sehe ich nicht gegeben. Ich denke das Sinnbild einer das Netz vereinnahmenden Krake greift die Umklammerung in Form immer stärkerer (und unrechtmäßiger) Regulierung und Einlussnahme recht passend auf. Gerade mit der bildlichen Synergie zwischen der Globalisierung und dem Internet würde ich das Bild viel eher als Kritik an der Netzzensur lesen, als es als verkappte Nazi-Propagande zu sehen. Das ist natürlich Subjektiv und durch die Brille der jüngeren Generation gesehen, aber meines Erachtens durchaus eine gerechtfertigte Auslegung. Interpretationsmöglichkeiten wird es in visuellen Medien immer geben – in diesem Zusammenhang driftet mir das ganze unter dem Titel “Hetzen für die gute Sache” aber in eine bedenkenswer falsche Richtung ab, wenn die in großen Teilen friedliche Demokratiebewegung im Internet mit der Neo-Szene oder antisemitschem Gedankengut in Verbindung gebracht wird. Du schreibst “Gute Lösungen brauchen Dialog” – aber dann sollte auch der Kern des Problems im Mittelpunkt stehen: und das ist ACTA/PIPA/SOPA/[add random pseudo-innocent abbrevation to abandon civil rights here] und die Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit oder (um es noch ein wenig klarer (propagandistischer) zu sagen) das Faktum das Konzerne und Finanzeliten jetzt schon Politik durch die Hintertüre machen, die vom Volk niemand so haben möchte – jetzt werfe ich nochmal schnell den Begriff “Demokratie” in den Ring. Alle Macht geht vom Volke aus (der eine oder andere mag sich erinnern) – und mit dem Netz beginnt es eine Stimme zu bekommen, die es mit allen Mitteln zu schützen gilt. Das ist der Kern der Sache, darum geht es …und deswegen halte ich Deinen Beitrag, der diese Sache (vielleicht unwillentlich) diffamiert, für äußerst problematisch. Natürlich geht uns unsere Geschichte an – aber in dieser Debatte hat sie in dieser Form nichts verloren. Hier geht es um MORGEN, nicht um GESTERN!
Die Frage ist, ob sich die Bewegung nicht selbst diffamiert, wenn Sie glaubt, die Geschichte ignorieren zu können. Wer aus der Vergangenheit nichts lernt, kann die Zukunft nicht gestalten. Und der Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel.
Mir fällt insgesamt auf, dass die Anti-ACTA-Proteste zum Teil mit den Mechanismen der Skandalisierung angeheizt werden. Wenn aber Emotionen wichtiger als Fakten werden, dann ist der Weg zum Lynchmob nicht mehr weit.
Betrachte ich z. B. dieses Video hier – http://youtu.be/g1eUF7qD5FA – dann frage ich mich ernsthaft, ob Anonymous & Co. ein Interesse daran haben, die Menschen ernsthaft über ACTA aufzuklären oder ob sie die Netzcommunity mit Falschinformationen manipulieren wollen.
Letzteres wäre das allerschädlichste für den Widerstand gegen ACTA, denn wenn die Leute merken, dass sie verar… werden, wird die Glaubwürdigkeit solcher Aktionen dauerhaft untergraben. Davon sind wir meines Erachtens nicht weit entfernt.
Als langjähriger leitender Mitarbeiter der sogenannten “Contentindustrie”, mehrfacher Urheberrechtsinhaber künstlerischer Werke und unabhängiger Produzent der wohl am häufigsten “raubkopierten” Güter, konkret Computerspiele, sollte ich jetzt wohl Beifall klatschen zu diesem ach so sachlichen Blog und nickend zustimmen. Außerdem ein paar hundert Steam-Keys an ihre tolel Agentur schicken, weil sie ja für mich armen Künstler lobenswert eintritt.
Ich tue es nicht, ganz im Gegenteil, es ekelt mich an, wie hier ein “Partner” einer für Lobby-Arbeit bezahlten Agentur die Wahrheit verdreht und schon bei der Intention mit der Aussage “Seit einiger Zeit betreut die Agentur, deren Partner ich bin, eine Initiative von Kunstschaffenden, die nicht länger hinnehmen wollen, dass ihre Rechte im Netz missachtet werden.” den Lesern einen Bären aufbindet, der so gewaltig ist, dass ihn nichtmal mehr ein Zirkusdirektor mit 50 Jahren Berufserfahrung zum Tanzen brächte.
Denn schon die Liste der “Partner”, also jener “Institutionen”, die für eine vermeintliche “betreuung der Künstlerinitiative” der Skills Group gutes Geld in den Allerwertesten pusten, lässt hellhörig werden:
* AKM
* austro mechana
* LITERAR MECHANA
* VBK
* LSG
* VAM
Werter Herr Bachleitner, ich halte Sie jetzt dezidiert NICHT für dumm genug zu glauben, dass sich eine österreichische Band die NICHT auf Ö3 & Co. gespielt wird, ein österreichischer Remixer oder DJ mit eigenen Tracks von der AKM und AM “gut vertreten” fühlt. Falls doch, tun Sie mir aufrichtig leid. Und Sie sollten vielleicht das Gespräch mit einigen dieser “Kunstschaffenden”suchen.
LSG hat zahlreiche gute Projekte unterstützt, keine Frage. Aber im letzten veröffentlichten Rechnungsbericht stehen die “Sonstigen Ausgaben” mit über 800.000 Euro zu Buche. Und was ist da an erster Stelle, leider ohne konkreter Betragsnennung?
“Bekämpfung von Offline- und Online- Musikpiraterie”
Tangieren wir hier etwa das Abmahnwesen?
Herr Bachleitner, ich halte Sie ebenfalls für informiert genug, um zu wissen, dass die von eigens gegründeten “Vereinen”, “Plattformen” und “Initiativen” versendeten Abmahnungen lediglich die damit beauftragten Juristen und die RechteVERWERTER (Verlage) mästen, die Künstler gehen in fast allen Fällen dabei LEER aus. Denn ihre Verträge umfassen alle möglichen Verkäufe und Verkaufskanäle, meistens jedoch nicht die Umsätze aus diesen Abmahnungen. Ich war selbst in der Situation, dass mit kostenpflichtigen Abmahnungen eines meiner Spiele sechsstellige Umsätze gescheffelt wurden von denen ich keinen Cent sah. Und das alles unter dem Deckmantel der bekämpfung der bösen Raubkopierer. Wie edel!
Aber genug dieser Thematik. Ich bitte Sie lediglich, die Leute nicht für dumm zu verkaufen indem Sie ihre Tätigkeit als etwas anderes bezeichnen, als sie ist: Keine Robin-Hood-Verteidigung der armen Künstler, sondern gutbezahlte Söldnerarbeit im Auftrag der Verwerter. Und offenbar eine ziemliche Drecksarbeit. Denn nun kommen wir zu Ihrer Kernaussage beziehungsweise gleich zum Sujet, dass Sie so moralinsauer kritisieren. Wie bereits von politisieren.at klar dargestellt, ist Ihre Kritik bzw der von Ihnen “herbeigehoffte” Konnex zur NS Propaganda derhart an den Haaren herbeigezogen, dass man schon fast Schmunzeln muss:
http://www.politisieren.at/hintergruende_der_stopp_acta_symbolkritik_krake_und_kampfroboter.php
Als klar wurde, dass Ihr (kopierter) Versuch, die Anti-Acta Bewegung mit Symbolik aus dem Dritten Reich in Verbindung zu bringen und Sie so anzupatzen, in der Sache gescheitert war, haben Sie nichteinmal die Courage gehabt, sich zu entschuldigen oder sachlich auf die gut argumentierten Nachweise, dass der kritisierte Kraken in gefühlten zehntausend anderen Konnexes ebenso zu sehen war, zu reagieren. Das finde ich schade. Denn einige ihrer Aussagen klingen richtig ausgewogen, vernünftig, nachvollziehbar. Sich einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu wünschen anstatt undemokratische “Gesetze” und Verordnungen die über schmierige Lobbyisten (nein, damit sind Sie jetzt nicht gemeint) vom feuchten Traum von Mediengroßkonzernen zu geltendem Recht mutieren wollen, kann ich durchaus unterschreiben.
Vielleicht wünschen Sie sich das tatsächlich. Vielleicht ist es aber nur ein Mäntelchen, eine Verbrämung, die Sie über ihre Agenda stülpen.
Denn wie heisst es schon “Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing”.
Dass Ihr Frühstücksbrot jenes der armen vertretungsbedürftigen Künstler ist, könnte man lediglich in einer sehr, sehr periden Bedeutung annehmen.
Autsch. Selbst Pammesberger nutzt (Korruptions-)Kraken.
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=388025391211205&set=a.202052693141810.59236.201507716529641&type=1
Werden wir dazu auch eine historisch akkurat auf den Punkt gebrachte Analyse lesen dürfen?
Sehr geehrter Herr Ertl,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich habe zwar nicht, wie von Herrn Machl ursprünglich behauptet, von der taz abgeschrieben (mein Blogpost erschien fast zwei Wochen vorher), aber dieser und einige andere Beiträge im Netz belegen, dass nicht nur ich vom Kraken-Sujet der Piraten irritiert bin.
Wie bereits mehrfach geschrieben, geht es mir nicht um den Nationalsozialismus, sondern um die generellen Verrohungs- und Manipulationstendenzen, die in den laufenden Netzkampagnen immer wieder zutage treten. Auch in diesem Punkt ist bemerkenswert, dass Herr Machl in seinem Blogbeitrag nicht meine Originalaussage dazu zitiert, sondern die im Rahmen eines Kommentars verfremdete Variante davon.
Was Ihre Anmerkungen zur Initiative „Kunst hat Recht.“ betrifft, möchte ich festhalten, dass ich – entgegen Ihren Vermutungen – zahlreiche Kunstschaffende kenne (wie in meinem Beitrag erwähnt, ist auch meine Lebensgefährtin Künstlerin) und diese es sehr begrüßen, dass es nun endlich zu einer breiteren Diskussion über das Urheberrecht im Netz kommt. Die Tatsache, dass die meisten Verwertungsgesellschaften dieses Projekt als Partner unterstützen, tut diesem Umstand keinen Abbruch – und wurde im übrigen auch stets offen dargelegt.
Dankeschön, es ist tatsächlich schwer in der Sache festzustellen, wer wann von wem abgeschrieben hat. Ein weitaus manipulativerer Artikel zur Sache findet sich tatsächlich schon viel früher auf Publikative.org, wo die Stoßrichtung, die Piratenpartei als Nazis zu deklassieren, viel klarer wird und in bester Tradition des Duisburger DISS steht. Gnadenlose Vorverurteilung und Manipulation durch sprachliche Tricks, ohne Rücksicht auf Verluste.
http://www.publikative.org/2010/07/22/krake-200/
Dass der Blog oben eine durchgehend “eigene Arbeit” war, wollen wir unter anderem auf der Basis ja doch nicht unterstellen. Vielleicht ist die Frage erlaubt, ob Dir bewusst ist, dass das Aufbauen auf fremden Artikeln unter ACTA problematisch bis kriminell wäre und mit Sicherheit auch gegen die Interessen der österreichischen Rechteverwerter verstößt, die mit “Kunst hat Recht” vertreten werden?
Wobei es doch eine zentrale Grundlage allen menschlichen Wissenserwerbs, vor allem in der Wissenschaft ist, auf bisherigem Wissen aufzubauen. In Antike und Mittelalter, wo vieles begründet wurde auf dem jetzt aufgebaut wird, war das Abschreiben und Ergänzen von Originalen übrigens das Mittel der Wahl zur Wissensweitergabe. Wann hat sich die Gesellschaft zu so viel Egoismus entwickelt, dass sich Einzelne zum Erringen eines finanziellen Vorteils dermaßen dreist über den Rest der Gemeinschaft stellen, wie ACTA, IPRED oder die Idee der Auswertung von Daten der Vorratsdatenspeicherung belegen?
Die aktuellen Bestrebungen sollten auch in einem Kontext wahrgenommen werden, dass man genau genommen mit dieser Stoßrichtung des “Abkassierens für geistiges Eigentum” in viel mehr Bereichen als nur gefälschten Gucci-Tascherln und Internet-”Plagiaten” massive gesellschaftliche Änderungen und Probleme anstößt.
Zudem, das liegt mir schon länger auf der Zunge, finde ich es höchst verwunderlich, wenn ein (SP-naher) Stevie Bachleitner, den ich für seine intellektuelle Brillanz stets geschätzt habe, in etwa dasselbe von sich gibt wie VP-Fuhrmann (ORF: “Kultursprecherin Silvia Fuhrmann sagt, man sollte schon Kulturschaffende ernst nehmen, wenn sie den Schutz des geistigen Eigentums bedroht sehen. Fuhrmann findet, dass im Internet Ängste und Falschinformationen über Acta verbreitet werden.”)
Ich hätte einen Stevie Bachleitner lieber auf der “richtigen Seite” gewusst, neben all den Bürgerinnen und Bürgern die in dieser Zeit jede Unterstützung brauchen. Ganz ehrlich.
Danke für die Antwort, allerdings muss ich korregieren:
“Was Ihre Anmerkungen zur Initiative „Kunst hat Recht.“ betrifft, möchte ich festhalten, dass ich – entgegen Ihren Vermutungen – zahlreiche Kunstschaffende kenne (wie in meinem Beitrag erwähnt, ist auch meine Lebensgefährtin Künstlerin)”
Meine auch, man glaubt es kaum. Bitte genauer lesen – ich bezweifle in meiner Aussage vielmehr dass sich ein Großteil der österreichischen Künstler von den Verwertungsgesellschaften vertreten fühlt.
Ihre Agentur wird nicht vom Straßenmaler am Westbahnhof bezahlt, auch nicht vom RMX Künstler oder Wave DJ, schon gar nicht vom Dudelsackspieler auf einem 500Jahre-Irgendwas-Stadtfest.
Sie wird u.a. vom AKM bezahlt, dass jedes Jahr gesalzene Rechnungen an Veranstalter
schickt, obwohl deren Bands den ganzen Abend Eigenkompositionen gespielt haben. ich selbst kenne einen Verein der BANKROTT gegangen ist weil die AKM Rechnung um das 5fache überzogen war und man klagen hätte müssen (was die meisten Anwälte als “sinnlos” bzeichnen).
Und den dubiosen Budgetposten des LGS kommen wir mit ihrer Antwort auch nicht auf die Schliche ;)
Zum Thema:
“und diese es sehr begrüßen, dass es nun endlich zu einer breiteren Diskussion über das Urheberrecht im Netz kommt”
Das stimmt!
Und fast alle die ich kenne, vom Millionen-Dollar-Projekt-Produzenten bis hin zum Pi DJ, sind angepisst von ACTA und dem zugrundeliegenden Lobbyismus. Seltsam, oder?
Jetzt mal im Ernst: Bitte hören Sie auf, “Kunst hat Recht.” als “Initiative” oder “Projekt” oder gar als “Plattform zu vermarkten.
Es ist ein BEZAHLTER Auftrag für ihre Agentur. Aus. Basta.
Wenn ich ein Werbespiel für VW designe, behaupte ich auch nicht dass ich “Ein von vielen Autofahrern unterstütztes Projekt zur verbesserten Wahrnehmung der Individualmobilität betreue”.
Ich wäre (gut) bezahlter Söldner, so wie Sie es jetzt sind.
Das ist legitim.
Sie haben versucht, Teile der Anti-Acta Bewegung bewusst mit fragwürdigen Methoden anzupatzen und sind dabei gescheitert.
Auch das ist innerhalb Ihres Berufes gang und gäbe und kein Grund, sich zu schämen.
Aber hören Sie bitte endlich damit auf Ihr Engagement als ein Idealistisches zu verkaufen.
Lieber Florian,
wenn du meinen Blogpost genau durchliest, wirst du feststellen, dass ich auf diesen Text aus dem Jahr 2010 sogar verlinkt habe. Ich bin im Zuge meiner Recherchen darauf gestoßen, die Josef Plank-Karikatur war mir aber schon lange vorher bekannt. Wäre ich etwas früher über das Logo der Stopp-ACTA-Kampagne der Piraten gestolpert, hätte ich meinen Beitrag wohl schon vor einiger Zeit veröffentlicht.
Natürlich entsteht auch ein Blogpost nicht im luftleeren Raum, aber es gibt einen Unterschied zwischen dem originellen Werk, einem Zitat und einer plumpen Kopie – und hier fühle ich mich mit meinen Beiträgen weder von ACTA noch von irgendwelchen Rechteverwertern gefährdet. Angstmache ist hier wirklich fehl am Platz.
Ich stimme dir zu, dass das Mittelalter ohne Kopieren noch etwas dünkler gewesen wäre, aber gleichzeitig glaube ich nicht, dass wir tatsächlich in eine Zeit zurück wollen, in der selbst SpitzenkünstlerInnen von Auftragsarbeiten für die Kirche und einigen adeligen Mäzenen abhängig waren.
Was deine Verwunderung über meiner Positionierung betrifft: Vielleicht sehe ich die Dinge ein wenig anders, weil meine Lebensgefährtin Künstlerin ist und weil ich auch ein etwas differenzierteres Bild von diesem komplexen System habe, dass meisten – etwas pauschal – als „Verwertungs-” oder „Contentindustrie“ bezeichnet wird. Dieser Komplex sieht bei näherer Betrachtung nicht so schwarz-weiß aus, wie von den KritikerInnen des UrheberInnenrechts dargestellt.
Abgesehen davon beobachte ich mit großer Sorge gewisse (geschichtsvergessene) Verrohungstendenzen in der Netz-Community, insbesondere was die politische Kommunikation betrifft. Hier stehe ich manchen Kampagnenmethoden sehr skeptisch gegenüber – auch wenn ich die inhaltlichen Ziele dahinter unterstützenswert finde. Mein obiger Blogpost ist eigentlich nur eine Momentaufnahme dazu, denn diesem Thema werde ich wohl mal – hoffentlich in absehbarer Zeit – einen eigenen Beitrag widmen müssen …
Lieber Stefan,
vielleicht wäre es für viele eine Erleichterung, wenn du vom Allgemeinen hin und wieder zum Konkreten hinfinden würdest. Ich will deiner Argumentation gerne folgen: Deine Lebensgefährtin ist Künstlerin. Sie “leidet” unter einer unzureichenden gesetzlichen Situation, wie du sagst. Ich nehme das einfach so hin und bitte dich um konkrete Daten und Fakten:
Welche Einnahmen entgehen ihr derzeit? Welche Kunstwerke hat sie geschaffen, wer “stiehlt” sie ihr und wie hätte sie den “Dieben” und deren Kunden ihre Kunstwerke sonst verkauft bzw. eine Wertschöpfung erreicht. Wo stößt sie dabei im aktuellen Rechtssystem an ihre Grenzen? Welche konkrete Forderung von “Kunst hat Recht” ist dazu geeignet, dieses Problem zu verbessern.
Wenn du dafür Zeit hast, würde ich dich – ganz ohne Untergriffe und Bashing meinerseits, darum bitten, dir für eine ausführliche Erklärung Zeit zu nehmen. Denn ganz ehrlich, ich habe auch Künstlerfreunde die nicht nur Schlechtes über die AKM und Schwestergesellschaften zu berichten wissen.
Die Frage ist, ob man die Diskussion hier im kleinen – und öffentlich im Großen – nicht auf eine seriösere Ebene führen kann. Und dabei – leider stimmst du mir hier nicht zu – sind Nazi-Vergleiche ein äußerst hinderlicher Bärendienst, der an der Sachlichkeit und vor allem den Inhalten meilenweit vorbeigeht.
Als Kritik an deinem bisherigen Diskussionsstil muss ich anführen, dass du auf kein konkretes Argument deiner “Diskussionsgegner” eingehst sondern diese in der Regel elegant umschiffst. Es wurden an mehreren Stellen recht gute Argumente und Vergleiche eingebracht.
Liebe Grüße
Florian
Lieber Florian,
konkrete Beispiele gibt es unzählige: Ich habe mich neulich mit einem jungen Filmemacher unterhalten, der von einem User via E-Mail gefragt wurde, wo sein letzter Film im Netz heruntergeladen werden kann. Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige. Ich bin – so wie auch die Initiative „Kunst hat Recht.“ – entschieden gegen die Kriminalisierung von UserInnen und halte den Abmahnwahnsinn für vollkommen kontraproduktiv, kann aber andererseits echt verstehen, wenn jemand solchen Leuten mal eine Verwarnung schicken möchte, um sie über die Rechtslage aufzuklären.
Spitzenproduktionen wie das „Weiße Band“, die unter erheblichem Risiko der Produzenten beteiligt wurden, klagen über rund 40.000 illegale Downloads. Selbst wenn nicht alle User, die sich da bedient haben, eine Kinokarte oder eine DVD gekauft hätten, muss sich jedes Unternehmen künftig noch genauer überlegen, ob es bereit ist, das mit anspruchsvollen Filmprojekten verbundene Risiko zu tragen.
Zugegeben, das Prinzip „Selbstbedienung“ trifft kommerziell erfolgreiche Produkte weitaus häufiger – vielleicht auch deshalb, weil die Hemmschwellen deutlich niedriger liegen, wenn mit einem Werk „eh genug Geld“ verdient wird. Der Umstand, dass die kommerzielleren Produkte aber auch dazu dienen, anspruchsvolle, schwerer verkäufliche Titel in einem Sortiment zu ermöglichen, wird dabei allerdings gerne ausgeblendet.
So müssen z. B. die Verleger, die ich kenne, durchwegs (mehr oder minder) kommerzielle Projekte einschieben, um Überleben zu können und sich nicht in die totale Abhängigkeit von staatlichen Förderungen zu begeben. Ansonsten widmen sie sich aber mit großer Leidenschaft ihren anspruchsvolleren Projekten und sind – so wie übrigens das Gros der Musiklabels – alles andere als „Big Business“.
Auch mir persönlich bekannte Autoren, die manchmal Jahre an einem Buch schreiben und dann lesen müssen, dass sie den Raubkopierern für die Verbreitung ihrer Werke auch noch dankbar sein sollen, fühlen sich von der Netzcommunity schlicht verhöhnt – und rollen (auch aus ästhetischen Gründen) nur mit den Augen, wenn man ihnen vorschlägt, sich an Paulo Coelho ein Vorbild zu nehmen.
Die Einnahmen aus der Urheberrechtsabgabe sind von 17,6 Millionen Euro im Jahr 2005 auf zuletzt 7,9 Millionen Euro gesunken. Das betrifft weniger kommerziell erfolgreiche KünstlerInnen, als den Nachwuchs und den „Mittelbau“ – denn die Hälfte dieses Geldes ist per Gesetz für soziale und kulturelle Fördermaßnahmen vorgesehen. Wenn die Verwertungsgesellschaften sich daher (meines Erachtens vollkommen zu Recht) für die Festplattenabgabe stark machen, schlägt ihnen im Netz meist eine verbissene Polemik gegen die gierige „Contentindustrie“ entgegen – obwohl hier gemeinnützige (!) Organisationen dem Lobbying einer knallharten Hardwareindustrie gegenüber stehen. Wer steht hier auf der falschen Seite?
Meine Freundin hat das Glück, als bildende Künstlerin am wenigsten von den technologischen Veränderungen betroffen zu sein. Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen lassen sich schwerer kopieren als mp3-Files und in der bildenden Kunst haftet dem Original ohnehin noch eine eigentümliche Aura an. Ohne das Urheberrecht wäre sie allerdings – so wie alle anderen Kunstschaffenden auch – vollkommen wehrlos gegenüber jeder Form der eigenmächtigen Verwertung ihrer Arbeiten durch Dritte (in ihrem Fall bezieht sich das vor allem auf Abbildungen ihrer Werke). Das UrheberInnenrecht schützt sie also primär vor unlauteren Geschäftemachern. Und es sorgt dafür, dass Menschen, die eine interessante Abbildung für einen Plakat oder einen Folder brauchen, sich die Sachen nicht einfach aus dem Netz zusammenklauben können, sondern vielleicht doch ein/e GrafikerIn oder eine/n FotografIn dafür bezahlen.
Für KünstlerInnen ist vollkommen klar, dass ihnen die Werke gehören, die sie schaffen. Es war nicht zuletzt dieses Recht, dass KünstlerInnen unabhängig von Mäzenen gemacht und damit die oft beschwörte „Freiheit der Kunst“ ermöglicht hat. Wer nun – wie das im Netz derzeit oft geschieht – von den Kunstschaffenden verlangt, dass sie ihre Werke verschenken und statt dessen von Performances oder staatlichen Versorgungsleistungen leben sollen, hat in meinen Augen nicht verstanden, was es bedeutet, ein/e KünstlerIn zu sein.
Lieber Stefan,
danke für deine Zeit. Richtig weitergeholfen ist mir zu meiner Fragenliste oben nicht. Ich lese zwischen den Zeilen aber, dass der Benefit für deine Freundin wäre, dass nicht jeder Fotos von ihrer Kunst machen und sie selbst vermarkten darf. Naive frage: ist das nicht jetzt auch schon so?
Ich habe hier einen schönen Artikel, der beweist, wie irre der Umgang mit “Urheberrecht” inzwischen im deutschsprachigen Raum geworden ist. Er zeigt auch prima auf, dass dem tatsächlichen Urheber die Verfolgung von “Tätern” und das dortige Abkassieren genau gar nichts bringt. Wie stehst Du dazu? Soll das Allgemeinzustand werden? Oder reparieren wir besser doch einfach nur das Urheberrechtsgesetz und heben es ins Jahr 2012, ganz ohne Kriminalisierung, Verfolgung, Abmahnung und Strafzahlungen?
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/160212/index.html
Dazu einmal ein paar Anmerkungen:
Stefan (ich spar mir jetzt mal das Siezen und den “Herrn”, ich hoff das ist ok) schreibt:
“Spitzenproduktionen wie das „Weiße Band“, die unter erheblichem Risiko der Produzenten beteiligt wurden, klagen über rund 40.000 illegale Downloads. Selbst wenn nicht alle User, die sich da bedient haben, eine Kinokarte oder eine DVD gekauft hätten”
und trifft damit einen wesentlichen Punkt der Diskussion, der oft untern Tisch gefallen lassen wird. Sowohl Verwertungsgesellschaften, als auch Einzelverwerter und natürlich deren Lobbyisten argumentieren gerne mit dem “Verdienstentgang”.
Dieser ist aber eine Fiktion. Untersuchungen únd Umfragen von großen Publishern, aber auch Indieportalen ergeben, dass sich lediglich 0,5 – 1 Prozent der “Eigenbedarfspiraten” ein Spiel (ich rede jetzt mal von PC Spielen da ich in diesem Bereich selber böse Contentindustrie UND Verwerter bin und dei Daten vorliegen habe) gekauft hätten wenn es keine Raubkopie gegeben hätte. Dem gegenüber stehen aber je nach Genre 0,1 – 2 Prozent der bekennenden Raubkopierer die sich ein Spiel gekauft hatten NACHDEM sie bereits die Raubkopie hatten.
Verdienstentgang? Wohl kaum.
Man kann die unvermeidlichen Raubkopien sogar als Promotion nutzen, wenn man dem ehrlichen Käufer einen Bonus gegenüber dem Raubkopierer einräumt und die illegalen Nutzer davon Kenntnis setzt. Das kann im Bereich der Spiele eine “Featurebomb” sein, in der dem Spieler mitgeteilt wird “Wenn du das Original hättest, könntest du jetzt eine weitere, großartige virtuelle Welt untersuchen und würdest eine bessere Waffe bekommen”. Man kann aber auch haptische Beilagen zur Original DVD packen, die NICHT kopierbar sind und man kann registrierte ehrliche Käufer (auch bei rein digitalen Onlinekäufen) zum Beispiel mit Beta-Keys für den nächsten großen Hit belohnen. Wir und viele andere, auch große Internationale Konzerne, gehen diesen Weg und haben da durchaus gute Erfahrungen gemacht, auch wenn natürlich jeder CEO dessen Unternehmen grad rote Zahlen schreibt die Schuld auf die Raubkopien schiebt (auch wenn er / sie es besser weis).
Der selbe Weg kann genausogut bei Audio-Datenträgern (mit der haptischen Beigabe) oder digitaler Distribution (mit Registrierung und exklusivem Zugang zu Promo Material oder gar Rabatt für Konzernkarten) gegangen werden. Einige kreative labels machen das bereits.
Zum Thema:
“Ich habe mich neulich mit einem jungen Filmemacher unterhalten, der von einem User via E-Mail gefragt wurde, wo sein letzter Film im Netz heruntergeladen werden kann. Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige.”
Das kenn ich gut. Solche Mails erhalte ich bezüglich meiner Spiele auch öfters mal. Wobei ich bei unserem Erstlingswerk “Das Erbe Cthulhus” den Fragenden einen Link zum Torrent schicke – weil ich von den Verkäufen keinen Cent bekomme obwohl es dem Verlag das 10fache der Produktionskosten einspielte. Bei anderen Games schicke ich den Amazon Link, und viele kaufen dann tatsächlich.
“Für KünstlerInnen ist vollkommen klar, dass ihnen die Werke gehören, die sie schaffen.”
Das ist mir KLAR – aber es stimmt für die meisten Künstler nicht. Für Bildhauer, Maler e.t.c. trifft es natürlich zu (ausgenommen Auftragsarbeiten, da kanns schon andere Regeln geben). Bei Buchautoren wirds schon gefährlicher (derzeit kriegt man auf Amazon zwei Bücher die ich geschrieben habe und von denen ich KEINE Tantiemen bekomme.) Bei Computerspielen und noch viel viel mehr bei Musikern, die bei großen Plattenlabels signen, stimmt die Aussage ÜBERHAUPT NICHT MEHR.
Nicht wegen der bösen Raubkopierer oder einem mangelndem Urheberrecht. Sondern wegen der Verträge, die ihnen von den Publishern aufs Auge gedrückt wurden. Das geht soweit dass schon mal einer Band und den Bandmitgliedern wegen einem Rechtsstreit ein Auftrittsverbot sogar als Solomusiker per einstweiliger Verfügung reingedrückt wird. (geschehen bei Rhapsody of Fire).
Der heute übliche Standardvertrag mit Recoupement von Vorauszahlungen und allen Marketingausgaben sorgt dafür, dass kreative erst DANN eine Umsatzbeteiligung bekommen, wenn die Verlage bereits das 5 – 10fache ihres Gesamtinvestements an Gewinn gemacht haben. Und selbst dann wird versucht über das Hintertürchen “Promo Aktion” den Künstler zu bescheissen.
Summa Sumarum: In 90% aller Fälle der Games- und Musikbranche ist der eigene Verleger / Publisher der Feind des Künstlers, nicht der Raubkopierer. Und das schreib ich jetzt grad live aus dem Management Büro eines Publishers…
Lieber Florian,
offen gesagt, finde ich dein Beispiel nicht so irre. Ich bin zwar der Meinung, dass es besser gewesen wäre, statt einer Rechnung zuerst eine höfliche Aufforderung zur Unterlassung dieser Veröffentlichungen zu schicken, aber es ist doch vollkommen klar, dass man Artikel und Clippings nicht einfach ins Netz stellen kann. Wenn das legal wäre, könnte ich automatisiert die Texte aus den Online-Ausgaben der größten Tageszeitungen auf eine benutzerfreundliche Seite kopieren, etwas Werbung draufkleben und hätte ein nettes, arbeitsfreies Zusatzeinkommen. (Das wäre, ganz nebenbei gesagt, das Ende der kostenlosen Online-Zeitungen.)
Was das Thema Strafzahlungen betrifft, kann man meines Erachtens darüber diskutieren, was angemessen ist – von Abmahnungsexzessen halte ich nichts. Ein Gesetz, dass für Rechtsverletzungen keine Sanktionen vorsieht, ist aber zahn- und sinnlos.
Da meine Freundin für sich selbst sprechen kann, möchte ich hier nicht in ihrem Namen das große Wort führen und es ihr überlassen, wann und worüber sie sich öffentlich auslassen möchte. Tatsache ist jedenfalls, dass es auch bildenden KünstlerInnen nicht egal sein kann, was im Netz mit ihren Arbeiten bzw. den Abbildungen ihrer Arbeiten geschieht. Das UrheberInnenrecht ist für sie in vielerlei Hinsicht eine unverzichtbare Grundlage ihrer beruflichen Arbeit. Darum unterstützen ja auch zahlreiche bildende KünstlerInnen die Initiative „Kunst hat Recht“.
Lieber Herr Bachleitner,
gerade in der Werbebranche werden sehr oft vereinfachende Botschaften (ich nehme jetzt als Beispiel “Es gibt kein Recht auf Enteignung”) formuliert, um ein Maximum an “Botschaft” ans Zielpublikum zu vermitteln.
Gerade Symbole sind das tägliche Brot von Werbung und Politik – und sie kommen überraschenderweise immer wieder, nur in anderen Kontexten. Daher hilft es hier auch, historische Symbole als Teil komplexer Vorgänge in größeren Zusammenhängen zu betrachten. Geschichte bei einem bestimmten Zeitraum beginnen und enden lassen zu wollen, ist hier wenig ziel- und eher irreführend.
Eine Collage zu den unterschiedlichen, sich auch widersprechenden Krakenbildern (hervorgehoben sei hier als Gegenbeispiel Hitler als Krake), finden sie hier:
http://www.politisieren.at/images/krakensymbolik_580.jpg
Statt Kraken kann man hier auch Drachen nehmen (auch “Symbol christlicher Eroberungspolitik”) und sich fragen, wenn man die Bewertung dieses Symbols nur an den Kreuzzügen festmachen möchte, wieso wir dieses Fabeltier in Zeichentrick und Film immer noch benutzen.
Zur Verrohung im politischen Diskurs kommt es für mich eher durch die Inhalte, weniger durch von Werbung und Politik genutzte Symbole, die nur als eine Ausdrucksform dieser Inhalte zu sehen sind. Wenn man aus wirtschaftlichen Interessen gewillt ist, die demokratischen Abläufe gezielt auszuhebeln und über die Hintertür internationaler Verträge gegen den Willen einer Mehrheit der Bevölkerung Verfassungsänderungen durchsetzt, helfen auch keine schönen, geschichts- und damit leider auch inhaltsleere Symbole mehr.
Deshalb finde ich es auch eher befremdlich, die wesentlichen aktuellen demokratiepolitischen Probleme, die durch ein Aushebeln der demokratischen Checks and Balances durch internationale Verträge auf die verwendeten Symbole zu beschränken.
Wenn Sie dies wirklich wünschen, könnte man, ähnlich wie bei Gutenplag, einfach die aktuellen Werbekampagnen – darunter vielleicht auch ihre – und ihre Symbole spezifisch auf ihre Ähnlichkeit mit den während des zweiten Weltkrieges verwendeten Symbolen untersuchen. Da die Kriegspropaganda fast alle Lebensbereiche umfasste, kann ihnen jetzt schon einige sichere Treffer bei Werbungen garantieren, von denen sie dies nie gedacht hätten.
@g. h.:
/this
Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Der Artikel ist meiner Ansicht nach – was die NS-Thematik anbelangt – vollkommen hinfällig ….
Dass sich Hetze und Extremismus heute weitgehend ungehindert ausbreiten können, ist leider auch auf eine falschen Toleranz und fortgeschrittene Realitätsverweigerung der Medien (insbesondere auch der linksliberalen) zurückzuführen.
Am Beispiel der Berichterstattung des Standards:
http://kasnudl.wordpress.com/2012/04/04/der-terror-von-toulouse-und-die-verantwortung-der-medien/
Ein Trackback
[...] um "die Krake" – einem Octopus, der die Welt umschlingt, ja beherrscht. Im Artikel "Hetzen für die gute Sache?" (Januar 2012) kann man etwas über Geschichte [...]