Gefährliche Geschäfte

Wie weit darf Geschäftemacherei gehen? Das ORF-Magazin „Konkret“ deckte in seiner Sendung vom 20. September auf, dass ein österreichischer Anbieter von Maturareisen eine Megaparty für tausende österreichische Partykids in Nordzypern veranstalten möchte. Auf die Risiken wurde bislang nicht hingewiesen.

Vielleicht sollten Österreichs Geographie- und Geschichtelehrer mit ihren diesjährigen Maturaklassen demnächst mal das Thema Zypern durchnehmen. Sie könnten ihren Schülern damit böse Überraschungen ersparen.

Schließlich wissen nicht alle Jugendlichen, dass ein nach wie vor ungelöster Konflikt die Mittelmeerinsel in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden teilt. Während der als Reiseziel beliebte griechische Teil 2004 zu einem Mitgliedsstaat der EU wurde, wird die so genannte Republik Nordzypern international nicht anerkannt. Für Reisende in den Norden hat das zahlreiche Probleme zur Folge.

Auf der Website des ÖAMTC, der die oben erwähnte Maturareise als „Programmpartner“ unterstützt noch bis vor Kurzem unterstützte, findet sich dazu u. a. folgender Hinweis:

„Die Flughäfen und Häfen […] der Republik Nordzypern (türkischer Teil der Insel) wurden von der Regierung zu illegalen Einreisestellen erklärt. Touristen sollten also über diese Stellen nicht einreisen!“

Tatsache ist, dass der im Norden Zyperns gelegene Flughafen Ercan nicht dem Regime der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation unterliegt, weshalb Flüge von und nach Ercan nur mit einer Zwischenlandung in der Türkei möglich sind. Auf einer Maturareise in Nordzypern sollte man daher besser nicht schwer erkranken, da es nicht möglich ist, direkt nach Österreich ausgeflogen zu werden. Auch anderweitige Probleme sollte man eher vermeiden. Dazu ein Zitat aus der offizellen Länder- und Reiseinformation von der Website des Außenministeriums:

„Es wird darauf hingewiesen, dass im Norden der Insel aufgrund der politischen Gegebenheiten (der seinerzeit ausgerufene Sezessionsstaat ist von Österreich nicht anerkannt) konsularische Hilfeleistungen der Österreichischen Botschaft Nikosia nur in sehr eingeschränktem Ausmaß möglich sind. In der Mehrzahl der Fälle wird es erforderlich sein, die geographisch entfernten Vertretungsbehörden in Ankara bzw. Istanbul zur Hilfeleistung in Anspruch zu nehmen. Eine allfällige Hilfeleistung wird außerdem auch dadurch erschwert, dass telefonische Verbindungen zwischen der Republik Zypern und dem nicht regierungskontrollierten Norden nur eingeschränkt funktionieren (z.B. vor allem Handys).“

Trotz derartiger Warnungen plant ein österreichischer Anbieter von Maturareisen im kommenden Jahr eine Megaparty für tausende österreichische Maturanten in Nordzypern – wobei das Wort „Nordzypern“ in der Werbung bislang tunlichst vermieden wurde. Es dürfte sich um ein gutes Geschäft handeln: Laut Berichten in Fachmedien rechnet der für das Unterhaltungsprogramm vor Ort verantwortliche Eventveranstalter mit 11.000 Maturanten, Anfang September gab es bereits 5.100 Vorreservierungen.

Tausende Jugendliche, jede Menge Alkohol, Hitze am Tag und Partys in der Nacht sind für sich genommen schon eine problematische Kombination. Doch am falschen Ort kann daraus ein riskanter Mix werden.

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7 Kommentare

  1. Chrystalla Magani
    Am 23. September 2011 um 11:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    free Cyprus. Turkish army out of Cyprus

  2. Nick Tsanidis
    Am 23. September 2011 um 12:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Turkey is occupying with its military forces Northern Cyprus , Northern Cyprus is not a free country…

  3. Chrystalla Magani
    Am 23. September 2011 um 12:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    never give money to them ho killed, destroyed, stolen aware houses
    please don’t go to the occupied place of Cyprus.
    I was a kid only 4 years old , they occupied my village at Kerynia, they killed my ankle and they bit my grandmother. I am a refugee at Nicosia now. I will never give my house to them. We want a solution to live paeseful with Turkish Cypriots, but not with the army.

  4. Chrystalla Magani
    Am 23. September 2011 um 12:26 Uhr veröffentlicht | Permalink
  5. Chrystalla Magani
    Am 23. September 2011 um 12:31 Uhr veröffentlicht | Permalink
  6. Chrystalla Magani
    Am 23. September 2011 um 12:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    the sea of Kerynia became red of the blood of Cypriots 320 prisoners in 1974
    do you really want to swim there?

    http://www.youtube.com/watch?v=3lkbOnoBz3w&feature=related

  7. Chrystalla Magani
    Am 27. September 2011 um 09:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

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